Birmingham oder Berlin: Was möchtest Du sein?

Arthur Conan Doyle hat´s auch schon getan: Be Birmingham!

Der junge Europäer hat es schwer: Er kann sich nicht entscheiden, was er gerne wäre. Während die zweitgrößte Stadt Englands ihn auffordert, Birmingham zu sein, kann Berlin es sich nicht verkneifen, das gleiche von von ihren Einwohnern und Besuchern zu verlangen. Möglicherweise ist der einzige Ausweg der Rückzug ins persönlich niederländische: IAMsterdam.

Nicht nur auffordern, sondern sein: Amsterdam ist weiter!

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BeBerlin: Lünstroth unterstützt Sammelklage gegen den Senat.

Imagekampagne Berlin: Vorschlag der Lünstroth MarkenberatungWie bekannt, könnte es im Rahmen der Vergabe der “Berlin-Imagekampagne” nicht ganz mit rechten Dingen zugegangen sein. Entsprechend bereiten die düpierten, weil entweder abgewiesenen oder gar nicht erst zugelassenen, Agenturen eine Sammelklage gegen den Senat von Berlin vor. Die Lünstroth Markenberatung hatte mit dem Konzept-Vorschlag “Berlin bewegt” ebenfalls an der Ausschreibung teilgenommen und war abschlägig beschieden worden. Das Haus wird sich jetzt an der Klage beteiligen. Begründung dafür: “In erster Linie sind wir enttäuscht, dass bei der Auswahl und Entscheidung für BeBerlin die Ausschreibevorgaben offensichtlich außer acht gelassen worden sind. Die Ausschreibung verlangte zum einen, dass das übergreifende Konzept “Stadt im Wandel” sich im Claim ausdrückt und dass zum anderen die Ausgangssprache des Claims deutsch sein sollte. Beide Bedingungen sind mit “BeBerlin” nicht erfüllt. Hier sollte ein Zeichen gesetzt werden, dass Ausschreibungen gerade der öffentlichen Hand mit mehr Professionalität behandelt werden sollten.” Das Unternehmen hat überdies unter http://www.berlin-bewegt.de eine Abstimmungsmöglichkeit eingerichtet.

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Grey jetzt China: Ruhr hoch n erobert die Welt abseits des Internet!

Schöne Fortführung der Expo-BekanntheitDie neue Ruhrgebietskampagne ist also Ruhr hoch n. Intelligenterweise setzt die betreuende Agentur auf eine Fortführung der bewährten Expo2000-Optik. Auf diese Weise wird das vor acht Jahren aufgebaute Event-Vertrauen genutzt, um auch dem Ruhrgebiet etwas weltläufigen Flair zu verleihen. Das wirkt zwar etwas chinesisch (”Plagiate sind eigentlich die wahren Komplimente”), aber der Zweck heiligt in diesem Fall offensichtlich die Mittel. Etwas problematisch scheint der Wortbestandteil des Logos zu sein: Ruhr hoch n mag für den Mathematiker eine viel versprechende Botschaft zu sein, drückt es doch - je nachdem wie der Wert für “Ruhr” ist - entweder ein Nahe-Null oder ein Nahe-Unendlich aus. Aber für den gemeinen Wirtschaftslenker scheint die Botschaft doch arg zu knapp. Wie wir jedoch anlässlich der Präsentation erfahren, ist die geballte Wirkung erst für 2030 oder so zu erwarten. Ganz offensichtlich gibt es zu diesem Zeitpunkt dann auch kein Medium wie das Internet mehr, denn im Internet kann man Ruhr n (mit hochstehendem n) ja gar nicht eingeben, geschweige denn suchen. Weder in deutsch, noch in englisch oder in chinesisch, was ja möglicherweise wünschenswert wäre, wenn man den Erdenkern glauben darf, die in erster Linie das internationale Publikum im Auge haben.

Egal: Solche pragmatischen Überlegungen sollte man erst gar nicht anstellen, wenn man die Welt mit einem Buchstaben (hochgestellt) erobern will. Herzlichen Glückwunsch, Kohlenpott!

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Hyper-Boosting-Naming: Wie man mit einer Produktbezeichnung die Männerwelt semantisch K.O. schlägt.

Turbo-NamingEine so souveräne Produktbezeichnung gab es selten: Hydra Energy Turbo Booster. Darunter mag man sich vieles vorstellen, z.B. eine besonders energiesparende Lampe fürs Wohnzimmer oder aber einen besonders schicken Akku für die Fernbedienung. Es handelt sich jedoch um eine Art Gel, das nach sportiver Betätigung das Gesicht des Mannes erfrischen soll. Aus Respekt vor der Kreativität des zuständigen Texters haben wir das Produkt selbstverständlich sofort ausprobiert. Die Wirkung ist etwas weniger spektakulär als das Naming, aber das soll nicht weiter stören. Denn: Wer den Mut zu solch inhaltsfreien Bezeichnungen aufbringt, der wird mit Probierkäufen belohnt. Respekt!

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“Be Berlin” “Sei San Francisco”

Der Berg hat gekreißt, heraus kamen zwei Buchstaben: “Be Berlin” soll nun der Weisheit letzter Schluss für den Hauptstadt-Claim sein. Das muss verdutzen, hatte doch der Ausschreibungstext noch deutlich einen - übersetzbaren - deutschen Claim verlangt. Dies hat auch der Tagesspiegel bemerkt, hält es für eine Ente und macht sich berechtigte Sorgen, wie denn der Claim von Berlin-Besuchern fremder Nationalität auszusprechen sei. Ja, wenn man es mal überdenkt, kommt man zu absonderlichen Erkenntnissen.

Machen wir den Test als Muttersprachler: Wie käme es uns vor, wenn uns eine kalifornische Stadt mit dem Slogan “Sei San Francisco” umwürbe? Schon gaga, oder? Mag es als promotionale Maßnahme noch angehen, scheint es als markenbildender Claim weitgehend inhaltsfrei zu sein. Wo bleibt der USP? mag man den Kreativen vorwerfen; erst recht jedoch den selbst ernannten Markenspezialisten in Senat und Räten. Leider ist jedoch der Schreiber dieser Zeilen befangen; hat er doch selbst an einer Lösung mitgearbeitet, die dummerweise dem Deutschen verhaftet geblieben ist. Das wäre eine nahe liegende Lösung ; vielleicht ist sie darum nicht im Fokus?

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Sachlich korrekt heißt jetzt “unpolitisch”.

Offensichtlich gibt es inzwischen Probleme für all´ diejenigen, die zaghaft mit wirtschaftlichem Sachverstand anstehende Gesetzesänderungen kommentieren. Selbst dem Bundespräsidenten kann das passieren. Diese Entwicklung scheint neu, da bisher der oder die Inhaber/in des protokollarisch höchsten Amtes im Staate durchaus auch als Politiker wahrgenommen wurde. Nachdem BP Köhler nun ein klares Wort zum Unsinn der Aufweichung einiger Agenda 2010 Regularien fallen ließ, bekam er zu hören, seine Argumentation sei “unpolitisch” - ein schöner Höhepunkt peinlich dilletantischen Polit-Neusprechs.

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Arbeitgeberverband unterstützt bizarre Webkonstrukte

In einer ostwestfälischen Großstadt kommt es derzeit zu einer bemerkenswert skurrilen Webkooperation. Ein Konsortium vom Werbe- und PR-Treibenden stellt gegen großzügiges Entgelt den regionalen Unternehmen die Möglichkeit einer Präsenz innerhalb einer offensichtlich lokal orientierten Website vor.

Zitat: “Wir laden Sie – die Unternehmer und entscheidenden Köpfe der Region – herzlich ein zur Präsentation einer Weltneuheit: Die internetbasierte Multimediaplattform, die OstWestfalenLippe innovativ und imagebildend darstellt und Ihr Unternehmen mit Ihrer individuellen Zielsetzung wirksam einbindet.” Was daran Weltneuheit, innovativ und imagebildend sein soll, verschließt sich dem Betrachter. Dies ist auch schon lokalen Bloggern aufgefallen.

Was allerdings völlig unverständlich bleibt: Warum unterstützt der lokale Arbeitgeberverband dieses Vorgehen? Hält er es für sinnvoll, Unternehmen, die zweifellos mehrheitlich national und international orientiert sind, nun unter regionaler Flagge segeln zu lassen? Sind diese Unternehmen nicht im Internet vertreten? Sind es unter den KMU eher die KU? Und was wird es ihnen dann bringen? Fragen über Fragen, die in dieser gehäuften Form sicherlich nicht nur in Bielefeld ans Licht des Tages drängen.

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Voll auf der Marke: Audi macht IPTV

Wovon Markenberater immer träumen, hat jetzt Audi installiert: Eine eigene TV-Station im Netz, die im Kern nur einen Zweck verfolgt - die Marke massiv aufzuladen. Im Gegensatz zu den konventionellen Websites der Wettbewerber, die zwar nahezu ausnahmslos von bestechender Qualität, aber inhaltlich eher eine Art Showroom sind, erzählt Audi auf Audi TV Geschichten, die die Marke massiv aufladen.

Es fragt sich nur: Wenn doch die Kompetenz im Konzern vorhanden ist, warum knöpft sich nicht einmal jemand die Marke VW vor? Die hat zwar mit ihrem Generikum “Volkswagen” und dem verzweifelten Kürzel “VW” eine schwere konzeptionelle Bürde zu tragen, aber auch mit diesem Backstein auf dem Rücken könnte der Gang ruhig etwas kraftvoller werden.

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Börsen-Crash: Das große Drumherum-Reden.

Alle befragten Fachleute, zu denen sich gerne auch die politischen Funktionsträger zählen, beteuern eiligst eine gemeinsame Einschätzung: Ja, die Lage sei durchaus ernstzunehmen. Wenn die Frage zur Massiv-Zinssenkung der FED kommt, scheint das Ungefähre die Antwort der Wahl: “Ja, kurzfristig sicher verständlich. Ob es etwas bringt, ist ungewiss. Vielleicht.” Offensichtlich möchte sich niemand die Finger verbrennen, Öl in ein Feuer gießen, das etwas zu sehr fackelt oder schlicht eine rein logische Einschätzung zu melden.

Diese logische Einschätzung ist schlicht und sie unterscheidet zwischen der kurzfristigen und langfristigen Wirkung von FED-Zinssenkungen. Die kurzfristige Wirkung ist eine beruhigende: “Liebe Banken, keine Panik - das Geld wird euch nicht ausgehen. Dafür werden wir schon sorgen.” So weit, so entspannend.

Die mittel- und langfristige Wirkung ist jedoch problemverschärfend: Die nunmehr noch geringeren Zinsen wird wiederum hunderttausende von amerikanischen Kredit- und Hypothekenvermittlern in die beneidenswerte Lage versetzen, noch mehr Häuserkäufern und -bauern, die sich die Immobilien “eigentlich” gar nicht leisten können, mittels “günstiger” Finanzierungen wiederum diese Bauvorhaben aufzuschwatzen. Oder - auch nicht stabilitätsfördernd - in Richtung “Umschuldung” alte Kredite durch neue abzulösen. Das heißt mittel- und langfristig: Das Spiel, das zum präsenten Crash geführt hat, wird nur eine Umdrehung maximiert und neu aufgelegt.

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Wer braucht die Arbeitsplätze dringender:
Rumänien oder Deutschland?

eines der ärmsten Länder Europas: Rumänien

Der Nokia Arbeitsplatzabzug in Richtung Rumänien wird von allen Beteiligten als üble Beutelschneiderei gebrandmarkt. Beschäftigte, Gewerkschaften und Politiker sind auf die umstehenden Palmen geklettert.

Was wäre passiert, wenn Nokia den Umzug nicht mit Shareholder Value, sondern mit sozialer Verpflichtung begründet hätte? Etwa so: „Rumänien ist ein extrem armes Land. Die Menschen dort schuften für Hungerlöhne. Aus sozialer Verantwortung heraus haben wir uns entschlossen, die Arbeitsplätze dorthin zu verlagern. An den geringeren Lohnkosten hat das sicher nicht gelegen; sie machen nur unter 5% der Gesamtkosten aus.“

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